Ricavo stammt aus dem Lateinischen "rivus cavus" und bedeutet Flussbett. Der Name kommt in der Toskana relativ häufig vor, doch historisch und wirtschaftlich gesehen ist der Ort Ricavo bei Castellina zweifellos der bedeutendste.
Er wird erstmals in einem Notariatsdokument vom März 994 erwähnt (in den Urkunden der Abtei von Passignano). Im Jahre 1043 befand sich Ricavo im Besitz des Grafen Landolfo di Piancaldoli, der den Weiler zusammen mit anderen Besitztümern als Hochzeitsgabe an die Familie Degli Uberti übertrug. Das Kirchlein San Giusto, das zur benachbarten Ortschaft San Donato in Poggio gehört, stammt aus der gleichen Epoche.
Später wurde Ricavo zu den Lehen geschlagen, welche die Grafen Guidi von den Staufen Friedrich I. Heinrich VI. und Friedrich II. geerbt hatten.
In der florentinischen Geschichte werden ein gewisser Graf Guido Novello, ein Gibelline, sowie der Graf Guido Guerra erwähnt, von dem es bei Dante (Inferno, 16. Gesang), heisst: Fece col senno assai e con la spada
(Tüchtig mit dem Verstand und mit dem Degen)